Inspiriert von einem Paket aus der alten Heimat mit wunderbaren Leckereien habe ich mich wieder an das Früchtebrot aus alten Tagen erinnert.

In den letzten Jahren in NRW habe ich immer wieder dieses leckere Brot in der herbstlichen Zeit gebacken. Irgendwie ist es aber in Vergessenheit geraten. Jedoch habe ich eine Kladde, in der ich alle, mir im Laufe der Jahre ans Herz gewachsene Rezepte einschreibe. Welch ein Glück. Das Blättern in den letzten Rezeptjahrzehnten ist spannend. Einige Rezepte rufen nach einer Wiedergeburt, bei anderen kann ich mir augenblicklich überhaupt nicht mehr vorstellen, daß diese in meiner heutigen Küche eine Anwendung finden werden. Aber wir wissen doch alle, Zeiten können sich bekanntlich auch wieder verändern.

Dort ist es und schon habe ich losgelegt. Eigene Äpfel, Wal- und Haselnüsse haben wir in den Wintermonaten immer im Vorrat. Der optimale Apfel ist der Boskop mit seinem säuerlichen Geschmack. Die Hasel- und die Walnüsse knacken, die Äpfel schälen, entkernen und in kleine Stücke schneiden. Alles zusammen mit Feigen, Honig, Rosinen, Zimt, Kardamon und Kakaopulver in eine Schüssel geben und mit “Amaretto-Liqueur” gut verrühren.

Früher habe ich dafür Rum verwendet, heute kommt dieser wunderbare, nicht zu süße Likör in Bio-Qualtiät für solche Rezepte zum Einsatz. Also Deckel drauf und ziehen lassen.

Nach 15 Stunden noch Mehl und Backpulver dazu und gut vermengen, ab in die Form und dann in den Backofen. Auch für dieses Rezept habe ich Dinkel frisch und sehr fein gemahlen.

Früchtebrot ist eigentlich die falsche Bezeichnung, es kommt eher wie ein Kuchen daher. Dazu eine warme Schokolade oder unserer täglichen Matcha, was braucht Frau mehr.

Nun starte ich glücklich und zufrieden in die neue Woche, denn nun kann ich mich jeden Nachmittag auf so eine Scheibe “Brot” freuen, fast ein wenig wie Stollen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Start in die neue Woche, bleiben wir solidarisch und passen gut auf die Anderen und uns auf, Ihre Karin Seifert.